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Schloß Marxhagen steht zum Verkauf. Weitere Infos hier.
Marxhagen gehörte zum Lehnsverband der Adelsfamilie von Maltza(h)n, von 1822 bis 1841 war das Graf Alexander von Maltzahn-Militsch, dann ging es 1841 an den Grafen Friedrich von Hahn (Basedow) und von diesem 1853 an Franz von Oldenburg über, der das Gutshaus Schloß Marxhagen im englischen Tudorstil im selben Jahr erbauen ließ. Architekt ist Theodor Krüger (1818-1885). Er war mit dem »Begründer der hannoverschen Neugotik«, Conrad Wilhelm Hase, befreundet, fand 1835 eine Anstellung als Baueleve in Schwerin, die ihm die weitere Laufbahn im mecklenburgischen Staatsdienst eröffnete. Seine ersten Großbauten waren die Gutshäuser Harmshagen, Marxhagen und Moltzow, sein bedeutendster Bau ist die Schweriner Paulskirche.

Nach Franz von Oldenburg übernahm der Rittmeister Rudolph Probst 1905 für zwei Jahre das Schloß, um dann weiter nach Schlesien zu ziehen. Es folgte Paul von Eschenburg, der es 1937 an Ernst Gehrke, bis 1945 Bürgermeister von Marxhagen, veräußerte. Gehrke flüchtete 1945 vor dem Anrücken der Roten Armee nach Schleswig-Holstein. In der Parkanlage fanden heftige Kämpfe statt. Das Schloß beherbergte vorübergehend die sowjetische Verwaltung, diese enteignete vor 1949 das Anwesen und überführte es in Volkseigentum. Gehrke nahm die später angebotene Ausgleichszahlung an, so dass über dem Schloss Marxhagen nicht das Damoklesschwert von Alteigentumsansprüchen schwebt.

Schon ab 1944 fanden vor den Kriegsfronten im Osten Flüchtende Aufnahme im Schloß, nach der Befreiung 1945 füllte sich das Schloß mit Umsiedlern, es sollen 30 Familien gewesen sein. Die Einrichtung eines Kindergartens, einer Schule, einer kleinen Post, einer Bibliothek, einer kleinen Dorfarztpraxis und später einer LPG-Küche im Gewölbekeller des Hauses zeigt die Entwicklung von einem wehrwirtschaftlich genutzten Rittergut hin zu einem der allgemeinen Bevölkerung nutzbar gemachten Feudalbau. Der letzte Eigentümer Ernst Gehrke lieferte Pferde an die faschistische Wehrmacht und setzte auf seinem Gut sowjetische Zwangsarbeiter ein.

Der Umsturz der politischen Verhältnisse 1989/90 nahm fast allen 9 Mietparteien im Schloß die Arbeit, die meisten arbeiteten in der LPG von Marxhagen, die spätestens 1991 vollständig aufgelöst wurde. Die Treuhand übernahm auch zunächst das Schloß, das aber an die Gemeinde Moltzow abgegeben wurde. Im Jahr 1992 mieteten die Geschwister Kaltenbacher eine leer gewordene Wohnung im Schloß. Der Mietvertrag enthielt die Laufzeit-Klausel: »bis zum Verkauf des Hauses«. Die Kaufvertragsverhandlungen begannen, und das Schloß erwarben die Kaltenbachers im Frühjahr 1994.